Prüftechnik für die Dichtheitsprüfung an einem Kanalschacht

Dichtheitsprüfung Kanal in Österreich – Pflicht, Ablauf, Kosten

Der Praxisleitfaden für Bauträger, Gemeinden, Baufirmen und Hausverwaltungen: Wann geprüft werden muss, welches Verfahren sinnvoll ist, was im Protokoll steht und wovon die Kosten abhängen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Geprüft wird, ob aus der Leitung Abwasser austritt oder Fremdwasser eindringt – Grundlage sind die ÖNORM-Regeln für Dichtheitsprüfungen an Abwasserkanälen.
  • Am häufigsten wird geprüft bei Bauabnahme im Neubau, nach einer Sanierung und bei begründetem Verdacht auf Undichtheit.
  • Üblich ist die Luftdruckprüfung; die Wasserdruckprüfung kommt zum Einsatz, wenn Ausschreibung oder Sachverständiger sie verlangt.
  • Der Kanal muss vor der Prüfung gereinigt sein – sonst sitzen die Absperrblasen nicht dicht und das Ergebnis ist nicht verwertbar.
  • Ergebnis ist ein Prüfprotokoll mit Verfahren, Prüfdruck, Prüfdauer, Druckverlust und Bewertung.

Ablauf einer Dichtheitsprüfung Schritt für Schritt

  1. 01Ortstermin klären: Objekt, Anzahl Haltungen, Schachtlage und Zeitfenster.
  2. 02Reinigung der zu prüfenden Abschnitte mit Spültechnik.
  3. 03Optional Kamerabefahrung zur Zustandsaufnahme vor der Prüfung.
  4. 04Absperrblasen setzen, Prüfmedium aufbringen, Prüfdruck stabilisieren.
  5. 05Messung über die vorgegebene Prüfdauer, Druckverlust protokollieren.
  6. 06Auswertung, Protokoll und – falls nötig – Vorschlag zur Sanierung.

Wovon die Kosten abhängen

Seriöse Pauschalpreise gibt es bei Dichtheitsprüfungen selten – diese fünf Faktoren bestimmen den Aufwand. Wir nennen den Preisrahmen vor dem Termin.

Anzahl und Länge der Haltungen

Jede Haltung wird einzeln abgesperrt und geprüft. Mehrere Abschnitte im selben Termin senken den Aufwand pro Abschnitt deutlich.

Nennweite und Rohrmaterial

Größere Querschnitte brauchen mehr Luft- oder Wasservolumen, längere Prüfzeiten und größere Absperrtechnik.

Zugänglichkeit

Frei zugängliche Schächte sind schnell bespielt. Enge Zufahrten, tiefe Schächte oder Verkehrsflächen erhöhen den Aufwand.

Vorarbeiten

Reinigung und gegebenenfalls Kamerabefahrung vor der Prüfung sind Teil der Leistung – bei stark belegten Leitungen dauert das länger.

Prüfverfahren

Die Luftdruckprüfung ist schneller und sauberer, die Wasserdruckprüfung aufwändiger, weil Wasser bereitgestellt und wieder entsorgt werden muss.

Häufige Fragen

Bei Neubau und nach Sanierungen wird die Prüfung in der Regel als Nachweis für die Abnahme verlangt; Grundlage sind die einschlägigen ÖNORM-Regelwerke sowie die Vorgaben von Gemeinde, Kanalbetreiber oder Ausschreibung. Ob und in welchem Umfang für Ihr Objekt eine Pflicht besteht, entscheidet der zuständige Kanalbetreiber bzw. die Baubehörde – wir stimmen den Prüfumfang gerne direkt mit den Beteiligten ab.

Die Prüfung wird von einem Fachbetrieb mit geeigneter Prüftechnik durchgeführt und dokumentiert. Entscheidend ist, dass Verfahren, Prüfdruck und Prüfdauer nachvollziehbar protokolliert sind, damit das Ergebnis anerkannt wird.

Das Protokoll dokumentiert den Zustand zum Prüfzeitpunkt. Für Abnahmen wird üblicherweise ein aktuelles Protokoll verlangt; nach baulichen Eingriffen, Sanierungen oder bei neuen Schadensbildern ist eine erneute Prüfung sinnvoll.

Einen pauschalen Preis gibt es nicht, weil Haltungslänge, Nennweite, Zugänglichkeit und nötige Vorarbeiten stark variieren. Wir nennen den Preisrahmen nach kurzer Beschreibung des Objekts und legen ihn vor dem Termin schriftlich fest.

Die Schadstelle wird per Kamera und Ortung genau lokalisiert. Meist reicht ein Kurzliner an der betroffenen Stelle oder eine Inlinersanierung der ganzen Haltung – beides ohne Aufgrabung. Danach wird erneut geprüft und das Ergebnis dokumentiert.

Konkrete Leistung, Prüftechnik und Protokoll: Dichtheitsprüfung nach ÖNORM – für Wohnanlagen und Objektbetreuung siehe Hausverwaltungen.

Prüfung planen oder Angebot einholen

Sagen Sie uns Objekt, Anzahl der Abschnitte und Ihren Zeitrahmen – wir schlagen Termin und Prüfverfahren vor.